Reise nach Nebra, dem Himmelsscheibe-Fundort   

     

Verschiedene Gründe sprachen dafür, dass die diesjährige Reise der Basler IBM-1130-Sympathisanten Nebra zum Ziel hatte. Da wäre mal zu nennen, dass dieser Ort heuer (Bild) das 1130ste Jahr seines urkundlichen Bestehens feierte. Zudem wird vom 29. September 2006 bis zum 29. Januar 2007* die bei Nebra gefundene Himmelsscheibe nach Basel für eine Ausstellung im Historischen Museum zurückkehren; also rund vier Jahre nachdem sie Hehlern im Hotel Hilton in Basel abgejagt werden konnte.
    
        

Mit den CNL erreichten wir Naumburg an der Saale um 06:12. Das wiederum waren genau vier Minuten nach der Abfahrt der stündlich verkehrenden Burgenlandbahn nach Nebra (Bild). Da solche schlechten Verbindungen ja nicht aussergewöhnlich sind, dürfte sich für Einzelreisende eher die Fahrt mit der parallelen Buslinie empfehlen; wir aber bevorzugten einen Minibus, was uns zuerst den Besuch des weit ausserhalb liegenden effektiven Fundortes, dann später eine Fahrt zum Mittagessen und den Gepäcktransport ins Hotel nach Halle an der Saale erlaubte. Denn das 2700-Einwohner-Städchen Nebra bietet zurzeit nur wenig Infrastruktur ...

     

... für Touristen an. Eines (Bild) der beiden Gasthäuser sucht einen neuen Betreiber. Und das Schlosshotel ist zumindest vorübergehend ge-schloss-en. Bis zur Eröffnung des von Holzer Kobler Architekturen in Zürich - den Gestaltern der Bar Rouge im Basler Messeturm -entworfenen Besucherzentrums im nächsten Jahr sollten dann schon mehr Übernachtungsmöglichkeiten als nur die Jugendherberge angeboten werden können. Beachtlich sind dafür die vielen Wandermöglichkeiten, der Saale-Unstrut-Radwanderweg,  Kanu-Verleih und ein grosses Schwimmbad.

     

Offizielle Auskunftsstelle im Ort ist die Stadtbibliothek. Aber auch im Nebraer Reiselädchen beim Busbahnhof wird man gut beraten. Ein Besuch im Ortsmuseum (Bild) wäre dann eigentlich Pflicht. Eilige Touristen finden dort - und auch anderswo - eine Informationstafel mit den wichtigsten Angaben zur Umgebung und zur Himmelsscheibe. Aber nur wer hineingeht, entdeckt dort auch das Hedwig-Courths-Maler-Archiv. Die umstrittene, aber sehr viel gelesene Autorin wurde 1867 in Nebra geboren. Da liegt die Himmelsscheibe doch noch etwas weiter zurück. Sie ist etwa ...

     

... 3600 Jahre alt und die ältest bekannte Darstellung des "Weltraums" (Bild eines Replikats). Seriöse Wissenschafter nehmen an, dass das am untern Rand dargestellte Schiff jeden Abend dazu diente, die Sonne wieder an ihren morgendlichen Aufgangspunkt zurückzubringen. Wer es aber lieber als vom gut erkennbaren Sternbild der Plejaden hergeflogenes Raumschiff deuten will, dem sei dies nachgesehen. Für die Archäoastronomie ist die Scheibe jedenfalls ein Schlüsselfund.

    

Wem etwas mehr Zeit in Nebra zur Verfügung steht, dem sei auch noch das Trias-Museum (Bild) zum Besuch empfohlen. Wir aber machten uns - nun doch noch mit der Bahn - auf nach Halle an der Saale, wo wir am nächsten Tag auch das dortige Landesmuseum für Vorgeschichte - kurze Zeit vor seiner Schliessung bis ins Jahr 2008 -  besuchen konnten. Nach seiner Wiedereröffnung wird dann die Himmelsscheibe dort zu sehen sein. Ebenfalls besucht wurde auch das Schokoladenmuseum und am späten Nachmittag hätte gar die Gelegenheit bestanden, die eigenen Fahrkünste mit einem älteren Tramwagen auf der Überlandlinie 5 der HAVAG ...

     

... in Richtung Bad Dürrenberg zu testen. Wir zogen es aber vor, als Passagiere ein neueres Tram bis zum Endhalt (Bild) zu benutzen. Nach der - fast - üblichen einstündigen Umsteigezeit auf die DB erreichten wir schliesslich Leipzig, von wo aus uns nach einem ausgedehnten Stadtbummel die CNL mit Abfahrt um 22:10 wieder zurück nach Basel brachte.

    

*verlängert bis 25. Februar 2007    

 

  

 

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(erstellt am 05.09.06 ...

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