100 Jahre Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt  
 

Dr. Fritz Mangold

Schon als junger Student arbeitete Fritz Mangold für das Volkszählungsbüro bevor er in den Schuldienst eintrat und nebenbei seine akademische Ausbildung abschloss. Ungefähr Mitte Oktober 1902 trat er das neu geschaffene Amt als Kantonsstatistiker an. Das dieser Wahl zugrunde liegende Organisationsgesetz war zwar bereits auf Ende 1900 in Kraft getreten, das Fehlen eines passenden Büroraumes verzögerte jedoch den Arbeitsbeginn. In erster Dringlichkeit war eine Arbeitslosenstatistik zu schaffen. Als Grundlage dienten die soeben fertiggestellten Auswertungen der mit der Volkszählung von1900 in Basel-Stadt verbundenen Arbeitslosenzählung. Als nächste Aufgabe wurde die Weiterführung und Verbesserung der bisher im Finanzdepartement betreuten Statistik über den Staatshaushalt an die Hand genommen. Im Laufe der Jahre sind beide Arbeitsgebiete wieder abgetreten worden.

Im Dezember 1904 erfolgte erstmals die Zählung der leerstehenden Wohnungen und Geschäftslokale. Diese Aufgabe wird bis heute durch das Statistische Amt betreut und ist somit die älteste regelmässige Arbeit der jubilierenden Dienststelle. Sie wurde ab dem Berichtsjahr 1905 durch den Einbezug einer Statistik der Neubauten und weiterer Erhebungen zum Bereich "Boden und Bauten" erweitert, der insbesondere in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg durch seine Erkenntnisse und Publikationen entscheidenden Einfluss auf die Verbesserung der Wohnqualität hatte. Mangold und seine Denkschriften in diesem Bereich wurden weitherum gelobt und an einer Ausstellung in Mailand gar mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Ab 1906 kamen die jährlichen Berichte über die  Zivilstandsbewegungen dazu. Daneben wären viele weitere Erhebungs- und Auswertungsarbeiten aufzählbar, was aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde. Aus heutiger Sicht fällt auf, das eine umfassende Bevölkerungsstatistik damals noch kein Thema war, obwohl doch im Vorfeld der Schaffung des Amtes sehr viel von deren Wünschbarkeit die Rede war.

 

Die bisherigen Kantonsstatistiker und ihre Amtszeit

Fritz Mangold (Oktober 1902 bis November 1910)
Oskar H. Jenny (Dezember 1910 bis September 1941)
Wilhelm Bickel (Oktober 1941 bis Januar 1944)
Walter Kull (April 1944 bis Dezember 1951)
Hans Guth (Januar 1952 bis August 1962)
Karl Wunderle (September 1962 bis September 1993)
Peter Schwendener (seit Februar 1994)

Geschätzte Leser

Dies ist eine Ergänzungsseite zu meinem Bericht über das hundertjährige Statistische Amt des Kantons Basel-Stadt. Diese Seiten beleuchten einzelne Aspekte, die es mir wert waren, festgehalten zu werden. Oder dann handelt es sich um die Reproduktion von Dokumenten, die ich im Verlaufe meines eher unsystematischen Sammelns gefunden habe.

Zu diesen Ergänzungen gehören auch die folgenden, jeweils mit Link erschlossenen Seiten:

Die technische Entwicklung
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen 1952-1977

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Oscar E. Wyss 

Nebst allen statistischen Arbeiten fand Mangold aber auch Zeit, sein Amt zu organisieren. Er schuf die Grundlage für die statistische Handbibliothek und regelte den nationalen und internationalen Austausch der Publikationen. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er aber nicht als Statistiker sondern aber vor allen dank seiner nebenamtlichen Funktion als Sekretär der Arbeitslosenkommission bekannt. Wohl darum wurde er 1910 in den Basler Regierungsrat gewählt.